Inspiration

Ideen für mehr Nachhaltigkeit

Im Rahmen eines dreitägigen Workshops „Urlaub auf dem Bauernhof – Neues Leben auf dem Land“ mit Architekturstudierenden der Fakultät Gestaltung an der Hochschule Wismar haben die Studierenden ausgewählte Betriebe mit unterschiedlichen Profilen und bestehendem Bedarf an nachhaltiger Weiterentwicklung als Fallstudien untersuchen. Entwickelt wurden innovative, auf weitere Gastgeber übertragbare Konzeptideen für mehr Nachhaltigkeit auf dem Hof. Hier werden ausgewählte Ergebnisse aus den Arbeiten als Inspiration für Anbieter im Landtourismus vorgestellt.

Herausforderung: Leerstand

Möglichkeiten des Nachhaltigen Planens, Bauens und Gestaltens auf dem Hof: Sanierung und Umnutzung der alten Bausubstanzen

Beispiel: Umnutzung multifunktional

Umbau und Umnutzung einer alten Scheune zur multifunktionalen Halle.

Leerstehende historische ländliche Immobilien wie Scheunen, Mühlen, Ställe, Fachwerkhäuser, verursacht durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft

  • Sanierung und Umnutzung der alten leerstehenden Bausubstanzen
  • Beachtung des Denkmalschutzes / Bewahrung der Geschichte der gebauten Form
  • Bereicherung des ländlichen Raumes und der Baukultur
  • Umnutzung der zweigeschossigen Scheune zum Hofladen, Café und zur Veranstaltungsfläche
  • Unterteilung in unterschiedliche private Bereiche durch kleine Holzmodule („Haus im Haus“-Konzept)
  • Erdgeschoss: Veranstaltungsfläche, genutzt z. B. für die Ferienkinder (basteln, schminken, tanzen) oder Vermietung für Firmenevents, Hochzeiten oder Geburtstage
  • Obergeschoss: Konferenzräume, genutzt z. B. auch für Schulklassen und andere Gruppen für Workshops zum Thema Nachhaltigkeit und Landwirtschaft
  • Hofladen mit Produkten aus eigenem Anbau oder regionalen Produkten
  • Umsonstregal: Verschenken der nicht mehr genutzten Gegenstände oder der nicht verkauften Lebensmittel
  • Café mit Zugang zum Veranstaltungsbereich und zur Außenterrasse am Löschteich
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Beispiel: Umnutzung als Heuhotel

Umbau und Umnutzung einer alten Scheune zum Heuhotel.

Leerstehende historische ländliche Immobilien wie Scheunen, Mühlen, Ställe, Fachwerkhäuser, verursacht durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft

  • Sanierung und Umnutzung der alten leerstehenden Bausubstanzen
  • Beachtung des Denkmalschutzes / Bewahrung der Geschichte der gebauten Form
  • Bereicherung des ländlichen Raumes und der Baukultur
  • Gebäudezentrum als Ort zum Treffen, Arbeiten oder gemeinsamen Feiern
  • Nutzung der alten Scheune als Heuhotel für ca. 10 Familien / Gruppen
  • Jede Familie / Gruppe hat ein Privatmodul zum Treffen und Schlafen

  • Unbeheizte Zwischenbereiche an der Südseite für passive solare Gewinne

Beispiel: Lehreinrichtung Leben mit Tieren

  • Nutzung von Potentialen aus Tierhaltung und landwirtschaftlicher Produktion
  • Verknüpfung von Landwirtschaft und Landtourismus, bessere Ausnutzung des vorhandenen Potentials und Schaffung regionaler Wertschöpfung im ländlichen Raum
  • Umbau und Umnutzung einer alten Scheune zur Lehreinrichtung Leben mit Tieren
  • Ehemalige Stallgebäude als Wohnort für Kinder und Jugendliche zusammen mit Tieren
  • Workshops zur Imkerei, dem Angeln und ähnlichen Bereichen als wichtige Lehraufgabe
  • Gastronomie in ehemaliger Scheune
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Herausforderung: Nutzungsergänzung im Außenbereich

Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzungserweiterung durch „fliegende Bauten“

Beispiel: Berg-Kabinen

Bedarf an angepasster nutzungsspezifische Erweiterung ohne Eingriff in die Landschaft

Umweltverträgliche Erweiterung im Einklang mit der landwirtschaftlichen Nutzung, Bereicherung des ländlichen Raumes und der Baukultur
  • Berg-Kabinen entlang der ausgewählter Ski-,Mountainbike und Wander-Routen im Umkreis des Ferienhofes
  • Führungen über mehrere Tage/ Wochen mit authentischen Übernachtungsmöglichkeiten
  • Der Hof dient als Ausgangsort für ausgedehnte Touren

  • Baumhäuser der Jugendherberge Beckerwitz in Hohenkirchen
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Beispiel: Tiny-Häuser

Bedarf an angepasster nutzungsspezifische Erweiterung ohne Eingriff in die Landschaft

Umweltverträgliche Erweiterung im Einklang mit der landwirtschaftlichen Nutzung, Bereicherung des ländlichen Raumes und der Baukultur
  • Zweigeschossige Holzkonstruktion
  • Wohnzimmer, Küche und Sanitäranlage im Erdgeschoss, Schlafbereich im Dachgeschoss
  • Photovoltaik als Dachbekleidung
  • Regenwassertank auf dem Dach

Herausforderung: Ressourcenschutz

Beispiel: Ökologisch Bauen mit Naturbaustoffen

  • Hoher Ressourcenverbrauch
  • Energieaufwendige Herstellung der Stoffe / Produkte
  • Lange Transportwege
  • Schadstoffe in Stoffen / Produkten
  • Reduzierung des Ressourcenverbraus
  • (Um)Nutzung und Sanierung existierender Gebäude
  • Variabilität und multifunktionale Räume
  • Leichte Bauweise
  • Nutzung nachwachsender Rohstoffe
  • Nutzung lokaler / regionaler Stoffe / Produkte
  • Nutzung schadstofffreier Stoffe / Produkte / Reinigungs- und Pflegemittel
  • Wertschöpfung im ländlichen Raum
  • Unterkunftsmöglichkeiten am Wangeliner Garten aus Naturbaustoffen Lehm, Stroh und Kalk

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Beispiel: Upcycling-Konzept als Gestaltungsstrategie

Hohes Abfallaufkommen

  • Wiederverwendung / Materialrecycling
  • Kreislaufwirtschaft
  • Abfallfreies Betrieb
  • Sharing-Konzepte / Umsonstregale

1. Identifikation der Arten von Abfällen, die der Bauernhof durch die Landwirtschaft, das Wohnen und den Bau produziert.

2. Errichtung der Upcycling-Anlage: Diese Anlage kann aus lokalen und nachhaltigen Materialien gebaut werden. Sie wird passive Strategien wie Regenwassersammlung und
Seitenwindbelüftung sowie aktive Strategien wie Sonnenkollektoren zur eigenen Energieerzeugung nutzen. Dieser Raum wird die Abfallressourcen, die der Gemeinschaft zur Verfügung stehen, zur Herstellung von Produkten nutzen, die sie dann verkaufen kann.
Um mehrEinkommen zu generieren, sollten Sie das Konzept des Null-Abfalls und der Kreislaufwirtschaftfördern.

3. Herstellung neuer Produkte: Besucher und Einheimische können ihrer Kreativität freien Lauf lassen und aus „Abfall“ neue Produkte herstellen. Gestaltungsstrategie mit dem Fokus auf die Wiederverwendung von Abfällen, Errichtung eines Marktes zum Verkauf der Produkte und zur Förderung des Bewusstseins und der
Kreislaufwirtschaft.

Herausforderung: Digitalisierung

Beispiel: Mehrwert durch Digitalisierung

  • Fachkräftemangel
  • Monostrukturierung
  • Erleichterung und Optimierung der internen Betriebsprozesse durch Automatisierung
  • Energie-, Wasser- und Ressourceneinsparung
  • Zeiteinsparung
  • Mehrwert durch Mehrfachnutzung
  • Elektrotraktor mit Photovoltaik und Steuerung über App
  • Einsatz der Roboter in der Landwirtschaft
  • Landwirtschaftliche Produktion bei Nacht erleben: „Light recipes“ – Feld beleuchtet mit rotem, blauem und ultraviolettem Licht als dynamisches Kunstwerk, Idee des Designers Daan Roosegaarde für eine nachhaltigere Agrarwirtschaft und Darstellung derer Schönheit
  • Nutzung von Drohnen, Sensoren, intelligenten Softwares und Apps
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Herausforderung: Energie

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Beispiel: Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien

  • Energieverbrauch der Bestandsgebäude
  • Hohe Energiekosten
  • Nutzung fossiler Energien
  • Verbesserung der Energieeffizienz im Betrieb
  • Reduzierung des Energieverbrauchs und der Energiekosten
  • Nutzung erneuerbaren Energien und Abwärme
  • Energiespeicherung

Herausforderung: Wasser

Beispiel: Nachhaltiges Wassermanagement

  • Hoher Trinkwasserverbrauch und Abwasseraufkommen
  • Wasserkreisläufe
  • Reduzierung des Trinkwasserbedarfs und des Abwasseraufkommens
  • Regenwassersnutzung
  • Natürliches Regenwassermanagement
  • Abwassertrennung, -reinigung und -nutzung (Nutzung des Grauwassers als Servicewasser, Kompostierung)
  • Nachhaltiges Abwassermanagement
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